Hofheinz räumt auf mit „Irrtümern über Apotheken“
Seit 1975 ist Michael Hofheinz, Sohn des früheren Karlsruher Bürgermeisters Kurt Hofheinz, selbstständiger Apotheker in Karlsruhe-Dammerstock. Im Liberalen Arbeitskreis Gesundheitspolitik des FDP Kreisverbands Karlsruhe-Stadt räumte der Gründer der Gruppe Karlsruher Apotheker e.V. jetzt auf mit den „Populärsten Irrtümern über Apotheken“.
Unter diesem Referats-Titel gab Hofheinz in seinem öffentlichen Vortrag im Mühlburger Allee-Hotel hintergründige Einblicke in die Arzneimittelversorgung und den Arzneimittelmarkt.
Anhand des 39, 2 Milliarden schweren Apothekenumsatzes 2009 stellte der Vorsitzende der Region Karlsruhe im Landesapothekerverband Baden-Württemberg klar, wie viel den Apothekern in Deutschland von ihren angeblichen „Millionenumsätzen“ wirklich bleibt. Vom Verkauf der Arzneimittel, die 35,5 Milliarden Euro des Gesamtumsatzes ausmachten, bekomme allein der Hersteller 65 Prozent.
Den Apotheken selbst bleibe im Durchschnitt 14,9 Prozent. An den Staat gingen 16 Prozent. 3,9 Prozent schöpfte laut Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände der Großhandel ab.
Ein Argument, warum viele Arzneimittel im Ausland günstiger als in Deutschland verkauft werden können, lieferte Hofheinz mit dem Europavergleich der Mehrwertsteuersätze. „Wir liegen mit dem Steuersatz für Arzneimittel von 19 Prozent hinter Spitzenreiter Dänemark und Bulgarien an dritter Stelle“, zitierte Hofheinz seine Quelle „Die Apotheke – Zahlen, Daten, Fakten 2009“. In Frankreich liege der Steuersatz für erstattungsfähige Arzneimittel bei 2,1, in Großbritannien und Schweden sogar bei 0 Prozent.
Ein reger Austausch fand in der anschließenden Diskussionsrunde mit den Zuhörern, zu denen auch Bundestagsabgeordneter Heinz Golombeck gehörte, statt. Für aktuelle Themen wie „Rabattverträge“ zwischen Krankenkassen und Arzneimittelherstellern standen Michael Hofheinz und die stellvertretende Kreisvorsitzende Dr. Ulrike Heiden Rede und Antwort.
Kommentare
Kommentar hinzufügen